Die richtige Anwendung von Inhalatoren bei Asthma
Inhalatoren sind das Standardtherapiemittel bei Asthma und ermöglichen es, Medikamente direkt in die Atemwege zu transportieren. Allerdings zeigt die Praxis, dass viele Patienten ihre Inhalatoren nicht optimal nutzen. Eine falsche Anwendungstechnik kann dazu führen, dass die Wirkstoffmenge, die in den Bronchien ankommt, deutlich geringer ausfällt als beabsichtigt. Deshalb ist es wichtig, die richtige Handgriffstechnik zu erlernen und regelmäßig zu überprüfen.
Arten von Inhalatoren und ihre Unterschiede
Es gibt verschiedene Inhalatortypen, die sich in ihrer Funktionsweise unterscheiden. Die gebräuchlichsten sind Dosieraerosole (auch Sprühinhalatoren genannt), Pulverinhalatoren und Vernebler.
Dosieraerosole geben beim Betätigen eine genau dosierte Menge Wirkstoff als feines Aerosol ab. Sie erfordern eine gute Koordination zwischen dem Auslösen des Sprühstoßes und der Einatmung. Pulverinhalatoren hingegen funktionieren nach dem Prinzip der Atemzugaktivation: Der Patient atmet selbst das Pulver aus dem Gerät ein. Dies kann für manche Menschen leichter sein, setzt aber eine ausreichend kräftige Einatmung voraus. Vernebler sind elektrische Geräte, die Flüssigmedikamente in ein feines Aerosol umwandeln und über mehrere Minuten inhaliert werden können. Sie eignen sich besonders für Kinder und bei akuten Anfällen.
Ihr Apotheker oder Arzt kann Sie beraten, welcher Inhalatortyp für Ihre Situation am besten geeignet ist.
Richtige Anwendungstechnik bei Dosieraerosolen
Die korrekte Handgriffstechnik bei Dosieraerosolen folgt einem bewährten Schema:
Zunächst sollten Sie den Inhalator vor Gebrauch gut schütteln, um sicherzustellen, dass die Wirkstoffe gleichmäßig verteilt sind. Dann atmen Sie vollständig aus, um die Lungen zu leeren. Setzen Sie das Mundstück zwischen die Zähne und schließen Sie die Lippen fest darum ab, ohne zu beißen. Wichtig ist nun, während Sie langsam und tief einatmen, gleichzeitig den Sprühstoß auszulösen. Dies erfordert Übung und gute Koordination.
Nach dem Sprühstoß sollten Sie den Atem etwa zehn Sekunden lang anhalten, damit der Wirkstoff Zeit hat, in die tieferen Atemwege zu gelangen. Danach atmen Sie langsam aus. Vor der nächsten Inhalation warten Sie etwa eine bis zwei Minuten, bevor Sie die Sequenz wiederholen, falls eine zweite Sprühstoß notwendig ist.
Viele Menschen haben Schwierigkeiten mit der Koordination von Auslösen und Einatmen. Für diese Fälle gibt es sogenannte Spacer oder Inhalierhilfen, die zwischen dem Dosieraerosol und dem Mund angebracht werden. Sie sammeln das Aerosol auf und ermöglichen eine leichtere Inhalation ohne präzise Koordination. Spacer sind besonders empfehlenswert für Kinder, ältere Menschen und bei akuten Anfällen.
Häufige Fehler und deren Vermeidung
Ein verbreiteter Fehler ist das zu schnelle Einatmen. Dadurch gelangt ein großer Teil des Wirkstoffs in den Mund und die Speiseröhre statt in die Lungen. Ein weiterer häufiger Fehler ist das Vergessen des Ausatmens vor der Inhalation, was die Eindringtiefe des Medikaments reduziert.
Auch die mangelnde Mundpflege nach der Inhalation kann problematisch sein. Manche Wirkstoffe können Pilzinfektionen im Mund begünstigen. Deshalb sollten Sie nach jeder Inhalation mit Wasser spülen oder ausspucken. Ebenso wichtig ist die regelmäßige Reinigung des Inhalators, um Verstopfungen zu vermeiden.
Lassen Sie Ihre Inhalationstechnik mindestens einmal jährlich von Ihrem Arzt oder Apotheker überprüfen. So können Fehler frühzeitig erkannt und korrigiert werden.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt nicht die individuelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Jeder Patient hat unterschiedliche Bedürfnisse und Voraussetzungen. Lassen Sie sich von Fachpersonal beraten, welche Inhalationstechnik und welcher Inhalatortyp für Sie persönlich am besten geeignet sind.
Eine korrekte Inhalatortechnik ist essentiell für den Therapieerfolg bei Asthma. Mit etwas Übung und regelmäßiger Überprüfung durch Fachpersonal können Sie sicherstellen, dass Ihre Medikamente optimal wirken. Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt.
